Klage gegen ein Stadionverbot erfolgreich

Matthias | 1. November 2007 | Kategorie Sonstiges | 0 Kommentare  

Bei Spiegel Online wird über ein Stadionverbot für einen Fan berichtet.

Der SPON-Artikel: Klage gegen Stadionverbot – Der lange Weg zum Recht auf Fußball

Drei Jahre sollte ein Frankfurt-Fan kein Stadion mehr betreten – weil er bei einem Auswärtsspiel in Köln einen Polizisten beleidigte. Der Auszubildende klagte mit Hilfe des Fanrechtefonds gegen das Stadionverbot und bekam Recht. Der 1. FC Köln hätte das Verbot trotzdem gerne durchgezogen.

Was war passiert?
Ein Fan von Eintracht Frankfurt fuhr mit einigen weiteren Fans zu einem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln. Im Vorfeld der Partie kam es zu einigen Pöbeleien und Sachbeschädigungen. Eine Gruppe von verdächtigen Frankfurt Fans mußte auf die Polizeiwache, in der Gruppe befand sich auch besagter Fan (der nicht an den Pöbeleien und Sachbeschädigungen beteiligt war). Dieser informierte nun seine Mitreisenden per Handy das er das Spiel nicht mit ansehen konnte. Dummerweise, und vermutlich weil er auch angetrunken war, benutzte er die Worte:

“Die Bullen haben uns voll gefickt”.

Das wiederum führte zu einer Anklage wegen Beamtenbeleidigung.

Gegen die Gruppe Fans wird eine Anklage wegen Landfriedensbruch erhoben. Die Daten der Eintracht-Anhänger werden an den 1. FC Köln weitergegeben und es werden gegen alle Personen bundesweit Stadionverbote verhängt. Dies ist in den DFB “Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten” für alle Vereine verbindlich geregelt. Später werden die Verfahren aus Mangel an Beweisen wieder eingestellt, für die meisten Fans werden die Stadionverbote daher wieder aufgehoben.
Nicht aber für besagten Fan mit der Anklage wegen Beamtenbeleidigung. Da dies Verfahren weiter bestand blieb das Stadionverbot für ihn bestehen, für 3 Jahre sollte dies bundesweit gelten. Da er Azubi war konnte er sich eine Klage gegen das Stadionverbot nicht leisten. Unterstützung fand er schließlich beim Fanrechtefonds. Zusammen sollte vor Gericht geklärt werden ob Stadionverbote aufgrund von Beamtenbeleidigungen erteilt werden dürfen.

Das Amtsgericht Köln urteilte das ein Stadionverbot in diesem Fall nicht zulässig war und der 1. FC Köln das bundesweite Stadionverbot aufheben mußte.

Meiner Meinung nach ist das Urteil so völlig korrekt. Sicherlich muss eine Beamtenbeleidigung nicht sein. Aber für so etwas gibt es eine Anklage mitsamt Verurteilung, da ist ein Stadionverbot über 3 Jahre doch völlig unverhältnismässig?! Ich bin sicherlich nicht generell gegen Stadionverbote, aber es sollte schon etwas mehr vorliegen als eine Beleidigung…
Was meint ihr zum Thema Stadionverbote?

Jetzt kommentieren




Copyright © fussball-szene.de 2007-2012