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DFB gegen Jens Weinreich: Ein Rechtsstreit mit Schieflage

Aktenordner auf einem Schreibtisch

Im Kern des Verfahrens stand eine Formulierung: Der Journalist Jens Weinreich hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet. Was daraus folgte, entwickelte sich zu einem länger laufenden Rechtsstreit, in dem die Anwälte des Verbands mehrere Instanzen bemühten.

Bemerkenswert war weniger der Streitgegenstand als die Mechanik dahinter. Ein Verband mit entsprechender Finanzdecke kann ein Verfahren über Instanzen tragen, auch wenn frühe Entscheidungen gegen ihn ausfallen. Ein freier Journalist trägt dasselbe Risiko allein. Das Ergebnis hängt damit nicht nur an der Rechtslage, sondern auch an der Frage, wer die längere Ausdauer finanzieren kann.

Wo die Öffentlichkeit ausgleicht

Genau an dieser Stelle veränderte sich in jenen Jahren etwas. Berichterstattung in Blogs, Hinweise über Twitter und direkte Spenden an Betroffene konnten einen Teil des strukturellen Nachteils auffangen — nicht juristisch, aber praktisch. Der Fall Weinreich war einer der Vorgänge, an denen sich das erstmals in größerem Umfang zeigte.

Auffällig blieb dabei die Zurückhaltung der etablierten Presse gegenüber einem Kollegen. Während die Blogosphäre den Fall ausführlich verfolgte, fiel die Resonanz in den Redaktionen deutlich verhaltener aus — ein Muster, das sich bei Presserechtsstreitigkeiten gegen freie Journalisten mehrfach beobachten ließ.