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Deutschsprachige Fussball-Blogs: die kommentierte Liste und Übersicht

Schreibtisch bei Nacht mit Laptop, Notizbuch und Fußballschal
Die meisten dieser Blogs entstanden abends nach der Arbeit — und endeten, als die Zeit dafür fehlte.

Im Februar 2007 entstand hier eine Bestandsaufnahme: 77 deutschsprachige Fussball-Blogs, zusammengetragen an ein paar Abenden, von allgemeinen Infoseiten bis zu Fanblogs einzelner Vereine. Was damals eine Momentaufnahme einer wachsenden Szene war, ist heute ein Dokument. Der überwiegende Teil dieser Seiten existiert nicht mehr.

Diese Übersicht hält die Liste der Fussball-Blogs in ihrem ursprünglichen Umfang fest und ordnet ein, was aus der Szene geworden ist.

Die Liste der deutschsprachigen Fussball-Blogs von 2007

Die Liste der Fussball-Blogs in ihrer damaligen Schreibweise, wo bekannt mit dem zugehörigen Verein oder Schwerpunkt:

  • 11 Freunde — Anmerkungen der Redaktion
  • 11helden
  • AdlerBlog — Eintracht Frankfurt
  • allesaussersport
  • Bayern-Fansite — FC Bayern München
  • arminia bielefeld.blog — Arminia Bielefeld
  • Berliner Fanblog — 1. FC Union Berlin
  • Blog-G.de — Eintracht Frankfurt
  • blog5 — Arminia Bielefeld
  • Bolzplatz · Breitnigge · Bundesliga Blog
  • bvb09blog — Borussia Dortmund
  • clubfans — 1. FC Nürnberg
  • Der Indirekte Freistoß — Presseschau für den kritischen Fußballfreund
  • Der Mainz 05 Fanblog — 1. FSV Mainz 05
  • Die Bundesliga — Borussia Dortmund
  • Dichter Ran · Die F&T Expertenrunde
  • Die Scheitel — Günter-Netzer-Fanclub
  • Direkter Freistoss
  • Doktor Fussball — Die verbale Blutgrätsche
  • Drei Ecken, ein Elfer — Schalke 04
  • Dribbelmeister Blog · Dropkick
  • Eintracht-Blog.de — Eintracht Frankfurt
  • EM Blogger — EM 2008
  • Fanartisch · Fanfaktor
  • FC Bayern München Fanblog
  • FCK-Blog — 1. FC Kaiserslautern
  • Fehlpass — FC Bayern München
  • Fohlenblog — Borussia Mönchengladbach
  • Fohlenkommando — Borussia Mönchengladbach
  • Fooligan · Footage
  • Fußball-Blog — stern blogs
  • Football Crazy — Nachrichten, Kommentare und Spott
  • Fritten, Fussball & Bier · Fussball Biss · Fussball Blabla · Fussball Blog · fussballblog
  • fussball-manager.at
  • Groundhopping Blog
  • Hackespitze123 · Hacke Spitze Tor · Hartplatzhelden · H47
  • Hertha-Blog — Hertha BSC Berlin
  • HSV Blog — Hamburger SV
  • kick and write
  • kickblog — Arminia Bielefeld
  • Kurvenblick — Fanvideos
  • Löwen Blog — 1860 München
  • MythosBayern
  • Pistolero — Hamburger SV
  • Premier League Blog
  • Revier-Derby.de — Dortmund, Schalke 04, VfL Bochum
  • Rund Blog
  • SCUDETTO — VfL Bochum
  • Seitenwahl — Borussia Mönchengladbach
  • Sichtweisen eines Schalkers — Schalke 04
  • Soccergirlz · sportnews-online.de
  • strafstoss.net — MSV Duisburg
  • Südtribüne — 1. FC Köln
  • Sweetdrums’ BVBlog — Borussia Dortmund
  • Szenenapplaus
  • The Home of Football — Das Fussball-Blog von Frau B
  • Torlaune · Trainer Baade · Unser Fussball
  • VfLog — Mönchengladbach, VfL Osnabrück
  • Volk ohne Raumdeckung — taz
  • wahretabelle.de
  • Welt Hertha Linke — Hertha BSC Berlin
  • werderblog.net — SV Werder Bremen
  • Zum runden Leder

Was diese Übersicht über 2007 verrät

Auffällig ist die Verteilung. Manche Vereine waren mehrfach vertreten — Borussia Mönchengladbach kam allein auf vier Blogs, Borussia Dortmund und Arminia Bielefeld auf je drei. Für andere fand sich kein einziger Fanblog. Der VfB Stuttgart, damals amtierender Meisterschaftsanwärter, hatte keinen.

Diese Ungleichverteilung folgte nicht der Vereinsgröße, sondern der Netzaffinität einzelner Fanszenen. Ein Verein bekam dann einen Blog, wenn zufällig jemand aus seiner Kurve schrieb.

Bemerkenswert ist auch, wer damals schon dabei war: Mit den 11 Freunden, der taz und den stern blogs standen etablierte Redaktionen zwischen Einzelpersonen, die abends nach der Arbeit tippten. Diese Durchmischung war typisch für die Phase — die Grenze zwischen Journalismus und Fanschreiberei war noch nicht gezogen.

Was aus den deutschsprachigen Fussball-Blogs wurde

Der größte Teil der deutschsprachigen Fussball-Blogs ist verschwunden. Von den 77 Einträgen führen heute nur noch wenige zu einer aktiven Seite; viele Domains sind erloschen, andere zeigen Parkseiten oder wurden weiterverkauft.

Drei Entwicklungen erklären den Schwund. Erstens wanderte die Diskussion in soziale Netzwerke ab — was 2007 ein Blogeintrag war, wurde später ein Thread, dann ein Podcast. Zweitens professionalisierte sich ein Teil der Szene: Einzelne Autoren gingen zu Redaktionen, wodurch ihre Blogs endeten. Drittens ist ein Fanblog Arbeit, die niemand bezahlt.

Geblieben sind vor allem die Namen, die früh eine eigene Form gefunden hatten, statt Spielberichte nachzuerzählen. Trainer Baade und allesaussersport tauchen bis heute in Rückblicken auf, nicht zuletzt wegen der Rechtsstreitigkeiten, in die sie damals gerieten.

Warum diese Liste weiter geführt wird

Als Wegweiser ins heutige Netz taugt diese Liste nicht mehr. Als Bestandsaufnahme schon: Sie hält fest, wie breit die deutschsprachige Fußball-Blogosphäre in ihrem besten Jahr aufgestellt war, und macht nachvollziehbar, was in den Jahren danach verloren ging.

Wer heute nach aktiven Angeboten sucht, wird eher bei Podcasts und Newslettern fündig als bei klassischen Blogs — was die Übersicht von 2007 nicht entwertet, sondern datiert.

Wie viele der 77 Fussball-Blogs gibt es noch?

Nur ein kleiner Teil. Der überwiegende Anteil der 2007 gelisteten Seiten ist offline, viele Domains sind erloschen oder wurden weiterverkauft.

Warum hatten manche Vereine mehrere Blogs und andere keinen?

Weil es nicht von der Vereinsgröße abhing, sondern davon, ob in einer Fanszene zufällig jemand schrieb. Mönchengladbach kam auf vier Einträge, während der VfB Stuttgart 2007 keinen einzigen Fanblog hatte.

Wohin ist die deutschsprachige Fußball-Blogosphäre verschwunden?

In soziale Netzwerke, Podcasts und Newsletter. Dazu kam die Professionalisierung: Autoren wechselten zu Redaktionen, womit ihre Blogs endeten.

Wer stand 2007 hinter diesen Blogs?

Überwiegend Einzelpersonen aus den Fanszenen. Daneben standen aber auch etablierte Redaktionen in der Liste — die 11 Freunde, die taz und die stern blogs. Diese Durchmischung war typisch für die Phase, in der die Grenze zwischen Journalismus und Fanschreiberei noch nicht gezogen war.

Welche Namen sind bis heute geblieben?

Vor allem jene, die früh eine eigene Form gefunden hatten, statt Spielberichte nachzuerzählen. Trainer Baade und allesaussersport tauchen bis heute in Rückblicken auf — nicht zuletzt wegen der Rechtsstreitigkeiten, in die sie damals gerieten.