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Bundesliga-TV-Rechte ab 2009/10: Zwischenstand vor dem Bieterverfahren

Kabeltrommeln eines Übertragungswagens

Um die Bundesliga-Fernsehrechte ab der Saison 2009/10 war es phasenweise ruhig geworden — ganz verschwunden war das Thema nie. Der Fahrplan stand: Ab dem 25. März 2008 konnten Interessenten die Ausschreibungsunterlagen bei der Deutschen Fußball Liga anfordern. Darin waren die Übertragungsmodelle definiert, auf die anschließend einzeln geboten werden konnte.

Die zentrale Vorproduktion

Die weitreichendste Änderung betraf nicht den Preis, sondern die Herstellung der Bilder. Bis dahin produzierte jeder Sender, der Rechte erwarb, das Programm in eigener Verantwortung. Künftig sollte ein neues Unternehmen die Bundesliga-Bilder zentral vorproduzieren — an diesem Unternehmen war neben der DFL auch Leo Kirch beteiligt. Der Rechtekäufer konnte das fertige Signal übernehmen, ohne eigene Produktionsstruktur aufzubauen.

Für die Liga hatte das zwei Effekte. Der Einstieg wurde für neue Anbieter billiger, weil die Produktionskosten wegfielen. Gleichzeitig verlor der einzelne Sender die Hoheit darüber, wie die Bundesliga aussieht — die Bildsprache entstand nun an einer Stelle, nicht mehr im Wettbewerb der Redaktionen.

Was sonst zur Debatte stand

Diskutiert wurden daneben der Zuschnitt der Pakete, die Frage nach der Anstoßzeit-Aufteilung und der Umfang dessen, was im frei empfangbaren Fernsehen bleiben würde. Letzteres war für die Zuschauer der eigentliche Streitpunkt: Jede Verschiebung Richtung Pay-TV verschob auch die Grenze dessen, was ohne Abo überhaupt noch zu sehen war.