EM 2008: Das Pokern um die Free-TV-Rechte
Gut ein Jahr vor der Europameisterschaft 2008 ging es bei den Fernsehrechten um dieselben Größenordnungen wie zuvor bei Champions League und UEFA-Cup. Für die EM 2004 in Portugal sollen rund 100 Millionen Euro geflossen sein. Sportfive, von den Rechteinhabern mit der Vermarktung beauftragt, strebte für die deutschen Live-Rechte an der EM 2008 rund 150 Millionen Euro an.
ARD und ZDF, die erneut gemeinsam auftraten, wollten unterhalb der 100-Millionen-Marke bleiben. Neben den beiden öffentlich-rechtlichen Häusern galt allein RTL als ernsthaft interessiert — vermutlich aber nicht am Gesamtpaket, sondern an einzelnen Partien, wie es bei der WM 2006 mit einigen Sonntagsspielen bereits praktiziert worden war.
Der Zeitdruck lag bei den Sendern
ARD und ZDF drängten auf eine baldige Einigung und verwiesen auf die eigene Erfahrung: Für die Heim-WM 2006 hatte die Planung zwei Jahre im Voraus eingesetzt. Für die EM blieb nun gut ein Jahr, in dem Technik, Personal und Programmschema stehen mussten.
Immerhin war zu diesem Zeitpunkt nicht zu befürchten, dass die deutschen Spiele hinter einer Bezahlschranke verschwinden würden, wie es bei der Champions League zuletzt der Fall gewesen war. Bei einem Turnier mit deutscher Beteiligung wäre das politisch wie publizistisch schwer durchzusetzen gewesen.