EM 2008: Die Hängepartie um die deutschen TV-Rechte
Weniger als ein Jahr vor dem Anpfiff der Europameisterschaft 2008 war weiterhin ungeklärt, welcher deutsche Sender die Spiele überträgt. Sportlich lief es für die Nationalmannschaft in der Qualifikation ordentlich; bei den Fernsehrechten dagegen bewegte sich seit Monaten wenig.
Die Konstellation war simpel und deshalb festgefahren. Die Rechteinhaber verlangten für die Live-Übertragung deutlich mehr, als bei der Weltmeisterschaft 2006 pro Spiel gezahlt worden war. Die Sender wollten diesen Aufschlag nicht mitgehen. Beide Seiten konnten warten — mit dem Unterschied, dass nur eine Seite ein Turnier zu planen hatte.
Ein Dreiermodell zeichnete sich ab
Vieles deutete zu diesem Zeitpunkt auf eine Aufteilung zwischen ARD, ZDF und RTL hin. Denkbar war, dass RTL das Eröffnungsspiel und eine weitere deutsche Partie übernimmt. Die öffentlich-rechtlichen Sender standen einer Rechteteilung grundsätzlich offen gegenüber — für die beauftragte Vermarktungsagentur war sie ohnehin der Weg, den angestrebten Gesamterlös überhaupt zu erreichen.
Aus den Sendern kam parallel der immer gleiche Hinweis: Ein Turnier dieser Größe brauche eine lange Vorlaufzeit. Für die WM 2006 hatte die Planung zwei Jahre vorher begonnen. Vor der EM 2008 blieb dafür spürbar weniger Zeit.