Der Fußball der Zukunft — Gedanken zur ZDF-Reihe „2057“
Die ZDF-Reihe „2057“ entwarf ein Bild davon, wie das Leben in fünfzig Jahren aussehen könnte. Die Frage, die sich daran für Fußballinteressierte anschließt, ist naheliegend: Was wird bis dahin aus dem Spiel selbst?
Die Übertragung
Am ehesten absehbar ist die Entwicklung beim Zugang. Über Pay-TV war schon 2007 eine große Zahl von Spielen zu sehen, auch aus ausländischen Ligen. Mit dem Internet und dem, was danach kommt, dürfte diese Fülle weiter wachsen — bis hin zu der Selbstverständlichkeit, jederzeit ein beliebiges vergangenes Spiel abrufen zu können. Auch an der medialen Aufbereitung wird sich einiges tun.
Deutschland hat sich dem Trend zur Exklusivübertragung im Bezahlfernsehen über die Jahre nicht mehr vollständig entziehen können. Dass diese Richtung sich umkehrt, ist unwahrscheinlich.
Die Regeln
Regeländerungen sind der schwerer vorhersagbare Teil. Sie folgen selten einer technischen Logik, sondern reagieren auf konkrete Konflikte — strittige Tore, Verletzungsrisiken, Zeitspiel. Welche davon in fünfzig Jahren als drängend gelten, lässt sich schwer abschätzen.
Fußball als Geschäft
Wahrscheinlich ist, dass die Verbände weiter daran arbeiten werden, aus dem Wettbewerb eine noch größere Show zu machen — auch wenn einzelne Funktionäre wie Michel Platini zu dieser Zeit einen anderen Kurs versuchten. Konsumorientierter wird der Fußball vermutlich, die Frage ist eher, wie weit.