Deutschland gegen Österreich: Ein zweites Córdoba darf es nicht geben
„Ein zweites Córdoba ist möglich“ — mit dieser Einschätzung wurde Oliver Kahn vor dem EM-Gruppenspiel gegen Österreich zitiert. Widersprechen lässt sich dem schwer. Möglich ist im Fußball vieles, und die Erinnerung an 1978 sitzt im deutschen Fußball tiefer als die meisten Niederlagen.
Nüchtern betrachtet sprach allerdings wenig für eine Wiederholung. Das österreichische Team hatte sich in den zurückliegenden zwei Jahren nicht so präsentiert, dass es als ernsthafter Prüfstein galt — die Qualifikation blieb ihm als Gastgeber ohnehin erspart.
Warum Gastgeber trotzdem unberechenbar sind
Ein Punkt spricht gegen jede Rechnung dieser Art: Ein Gastgeberteam hat das gesamte Stadion im Rücken. Aus einer Mannschaft, die über zwei Jahre bei siebzig oder achtzig Prozent ihres Möglichen blieb, kann unter diesen Umständen für neunzig Minuten deutlich mehr werden. Turniergeschichte kennt genügend Beispiele dafür.
Für die deutsche Mannschaft folgte daraus vor allem eine Aufgabe: den Gastgeber nicht ins Spiel kommen zu lassen und die Partie früh zu klären. Ein zweites Córdoba darf es nicht geben — im Idealfall scheidet Österreich sogar durch dieses Spiel aus dem eigenen Turnier aus.