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Nach Kuranyi und Frings meldet sich auch Ballack zu Wort

Leere Kabinenplätze mit Haken

Erst der vorzeitige Abgang von Kevin Kuranyi, dann die öffentlichen Klagen von Torsten Frings — und nun ein Rundumschlag von Michael Ballack, in einem Interview mit der FAZ und vor allem an die Adresse des Bundestrainers gerichtet.

Ballack führte zwei Punkte an. Erstens habe sich Joachim Löw während seiner Verletzung nicht bei ihm gemeldet. Zweitens stellte er infrage, ob in der Nationalmannschaft tatsächlich durchgehend nach Leistung aufgestellt werde. Dabei ging es erkennbar nicht nur um Kuranyi und Frings, sondern auch um den Torwartwechsel von Oliver Kahn zu Jens Lehmann.

Wo die Kritik trägt und wo nicht

Beim Leistungsprinzip greift der Vorwurf nur bedingt. Dass Kuranyi zuletzt auf der Tribüne saß, hatte sportliche Gründe — seine Torausbeute gab wenig her. Dass Frings auf der Bank Platz nehmen musste, ebenfalls; auf seiner Position standen mehrere Alternativen bereit. Auch die Entscheidung zwischen Kahn und Lehmann ließ sich sportlich begründen, selbst wenn der Eindruck einer früh gefallenen Vorentscheidung damals verbreitet war.

Der Punkt zum ausgebliebenen Anruf ist von anderer Art. Er betrifft nicht die Aufstellung, sondern die Kommunikation — und ist damit genau die Sorte Konflikt, die sich intern klären ließe, wenn sie nicht über Interviews ausgetragen würde.

Das nächste Länderspiel stand am 19. November in Berlin an, ein Freundschaftsspiel gegen England.